Campari – COCKTAIL DEKORATIONEN

Damit beeindruckst du alle: Ob Zesten, Trockenobst, Crustrand oder Espuma – Experten-Ideen für besondere Cocktail-Deko zum Selbermachen.

 Marie Rausch ist eine der spannendsten Neuentdeckungen der Cocktail-Branche. Vergangenen Oktober trat sie gegen 700 Barkeeper bei der „Forgotten Cocktail Competition“ von Campari an – und siegte. Sie kreierte mit ihrem Drink „Signora Campayone“ einen Gin-Cocktail der Extraklasse. Als Siegerin darf sie in New York die wohl härteste und beste Barschule der Welt besuchen.
Mit einer weiteren, eigenen Cocktail-Kreation namens „V“ landete Marie letztes Jahr beim Wettbewerb „Diplomático World Tournament“ auch noch unter den fünf besten Bartendern Europas. Als Cocktail-Expertin mixt sie in der eigenen Bar Rotkehlchen in Münster innovative und ganz individuelle Drinks. Wir haben sie für ein exklusives Interview getroffen, in dem Marie uns Insider-Tipps über die Kunst der Cocktail-Dekoration verraten hat.

Hallo, wer bist Du und wo arbeitest Du?

Ich bin Marie Rausch und ich betreibe das Rotkehlchen in Münster.

Was bewirkt Deko auf einem Drink? Dient es einfach nur der Optik oder was genau steckt dahinter?

Hauptsächlich geht es dabei um Optik und Ästhetik. Es kann aber auch Gefühle transportieren, je nachdem mit welchen Farben ich spiele oder was für Maserungen und Materialien ich verwende.
Deko kann ja auch einfach ein Stein sein, auf dem man etwas anrichtet. Denkt einmal an filigrane Linien und Holzmaserungen… Es gibt so viele Sachen da draußen.
Ich glaube, es geht darum, wirklich Gefühle und Werte zu vermitteln.

Nach welchen Kriterien wählst Du die Deko, die Zeste, etc. aus?

Wichtig ist natürlich, dass die Dekoration etwas mit dem Drink gemeinsam hat. Es kommt auf die Zutaten des Drinks oder dessen Namen an.

Abhängig vom Drink setze ich z.B. bei einem Sommerdrink frische Dekoelemente ein. Bei einem starken Drink würde ich nicht zwingend eine Blume verwenden, außer ich möchte damit nochmal etwas Sanftes oder Weibliches symbolisieren.

Spielt für dich Dekoration dann auch auf den Geschmack des Drinks ein? Oft ist es ja das erste was man mit seiner Nase vom Drink wahrnimmt.

Du kannst die Dekoration auch dafür nutzen, um einen anderen Geschmack im weitesten Sinn oder einen anderen Geruch zu addieren. Das heißt, man kann auch eine Dekoration verwenden, die gar nicht im Drink ist und nutzt einfach die 80% der Geschmacksnerven, die in der Nase liegen. Darüber kann man Vieles vermitteln!

Gibt es eine Faustregel, durch die man auf die richtige Kombination kommt? Also zum Beispiel bitter mit sauer, salzig mit süss?

Wichtig ist die Balance. Die Kernsubstanz bilden „die drei S“: Süße, Säure und Spirituose. Das muss immer ausgewogen sein. Alles andere ist natürlich individueller Geschmack. Was ich persönlich selber gerne esse, das trinke ich natürlich auch gerne. Damit kann man einfach spielen: Was soll in den Drink & was passt dazu? Habe ich Lavendel integriert, dann dekoriere ich den Cocktail natürlich auch mit Lavendel.

Was genau bewirkt der Espuma außer natürlich gut auszusehen?

Der Espuma ergibt eine wundervolle Textur des Cocktails. In manchen Fällen ist es eine Zabaione – sie ist weicher und geschmeidiger, Espuma wird schnell großporig. Eine Zabaione ist viel feinporiger und es ist, als ob man den Cocktail durch ein Wölkchen trägt. Man hat zuerst einen anderen Geschmack und dieser vermischt sich dann z.B. mit den herben Noten des Negronis. So hat man eigentlich immer ganz verschiedene Geschmackskombinationen, die man rauskitzeln kann.  Das ist natürlich auch davon abhängig, wie schnell man seinen Drink genießt.

Womit kann ich meine Gäste richtig beeindrucken, obwohl es ganz einfach von der Hand geht?

Eigentlich fängt es wirklich ganz oft mit dem richtigen Glas an. Welches Glas wähle ich aus? Habe ich vielleicht irgendwelche verrückten Sachen zuhause, die ich auch zum Glas umfunktionieren kann?
Ich nehme zum Beispiel gerne diverse Vasen, die ja mit einem Cocktail normalerweise nichts zu tun haben. Es gab auch einmal einen Trend mit alten Blechdosen. Das ist schon mal der 1. Schritt.

Im nächsten Schritt entscheidet man, ob der Drink eher filigran oder ganz opulent dekoriert wird. Hier reicht die Bandbreite vom zurückhaltenden Motto „weniger ist mehr“ bis hin zu ausgefallenen Dekorationen und haut dann wirklich mal einen Busch Basilikum rein.

Das hängt dann natürlich auch wieder vom Drink ab …

… oder wie man persönlich gestrickt ist. Manche mögen es einfach opulenter und sind eher die Person, die das auch nach außen trägt. Andere sind eher ein bisschen feiner, filigraner oder zurückhaltender. Dann wäre es komisch, wenn der Drink zu opulent wäre.

Hast du einen Satz oder einen Tipp, den du allen mitgeben möchtest, die zuhause Drinks für ihre Freunde machen und dekorieren?

Dekoriert den Drink am besten so, dass er euch persönlich entspricht, denn es spiegelt auch ein bisschen einen selber wieder.

(Quelle/ Bilder: Campari Deutschland GmbH)